DAAD Nordamerika Nachrichten
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| 21. April 2006 |
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Liebe Leserinnen und Leser,
in dieser Woche moechten wir noch einmal das DAAD Young Ambassador Programm vorstellen und mit Hilfe eines Stipendiaten des DAAD einen etwas genaueren Blick auf Rankings amerikanischer MBA Programme werfen.
Weiterhin berichten wir von der amerikanischen Wahrnehmung der britischen Bemuehnungen, sich noch besser im Geschaeft mit internationalen Studierenden zu positionieren, und schliesslich widmen wir uns den Service Sciences, einem neuen Bereich an einigen amerikanischen Hochschulen, der sich um die Anerkennung als Wissenschaft bemueht.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Stefan Altevogt
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DAAD Young Ambassador Programm |
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Im vergangenen Jahr stellte die Aussenstelle des DAAD in New York das
Young Ambassadors Programm vor, und wir moechten es aus Anlass einer heran nahenden Nominierungsfrist noch einmal in Erinnerung rufen.
Young Ambassadors sind Undergraduate Studenten aus den USA und Kanada, die in der juengeren Vergangenheit einen Studienaufenthalt in Deutschland absolviert haben und ihre positiven Erfahrungen an Kommilitonen ihrer Heimat-Universitaeten und Colleges weiter vermitteln moechten. DAAD Young Ambassadors muessen nicht notwendigerweise Alumni von Programmen des DAAD sein.
Fuer das akademische Jahr 2006/07 haben wir bis zu 20 neue DAAD Young Ambassadors vorgesehen. Vor diesem Hintergrund moechten wir die akademischen Auslandsaemter der deutschen Hochschulen darum bitten, geeignete Studierende aus den USA und Kanada auf die Moeglichkeit aufmerksam zu machen, mit Hilfe des DAAD Young Ambassadors Progamms den Kontakt mit Deutschland und der Gasthochschule weiter pflegen zu koennen.
Der ideale Ambassador
* ist Undergraduate Student an einem College oder einer Universitaet in den USA oder Kanada
* hat vor kurzem in Deutschland studiert, sei es in einem Sommer-Programm oder ueber einen laengeren Zeitraum
* hat die Zeit, an seinem Heimat-Campus ueber das kommende akademische Jahr hinweg in Zusammenarbeit mit dem oertlichen Study Abroad Office den Studienstandort Deutschland zu bewerben
* kann nachvollziehbar, enthusiastisch und oeffentlich ueber seine Erfahrungen in Deutschland sprechen
* ist bereit, wenigstens eine Werbe-Veranstaltung im kommenden akademischen Jahr an seinem Campus durchzufuehren
* ist vom 25. bis 26. August fuer eine Informationsveranstaltung in New York verfuegbar
Die Young Ambassadors werden durch die International Offices ihrer Heimathochschulen bzw. durch die Study Abroad Advisors nominiert.
Der naechste Nominierungssschluss fuer das DAAD Young Ambassadors Programm ist der 8. Mai 2006.
Sie finden weitere Informationen zum DAAD Young Ambassadors Programm
hier.
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Ein genauerer Blick auf Rankings amerikanischer MBA Programme |
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Wir berichten regelmaessig in sehr allgemeiner Form ueber neu erscheinende Rankings von Programmen an amerikanischen Hochschulen. Fuer die individuelle Entscheidung ueber die Auswahl eines Studiengangs sind derartige Rankings zunaechst nicht mehr als ein Einstieg und das Abstecken des Feldes, auf dem dann das konkrete Programm gefunden werden kann.
Daher freuen wir uns, Ihnen einmal einen genaueren Blick auf Rankings amerikanischer MBA Programme vermitteln zu koennen, so wie ihn Mikko Rieger unternommen hat.
Mikko Rieger ist Stipendiat des DAAD, studiert derzeit an der Kellogg School of Management in Chicago und war einer der Organisatoren der German MBA Conference im vergangenen November in Chicago. Mikko Rieger betont: "MBA Programme sind individueller als man es auf den ersten Blick glaubt. Ist jemand am Finanzwesen interessiert, so gibt es ganz klar MBA Schulen, die dafuer geigneter sind als andere, ebenso ist es mit anderen funktionellen Bereichen wie General Management oder Marketing, sowie mit Industrie-Spezialisierungen, z.B. Gesundheitswesen/Pharma/Biotech, High Tech, usw. Deswegen sollte sich jeder Interessent darueber im klaren sein, dass nicht unbedingt die Schule an Nummer 1 des Rankings auch die Beste fuer sie oder ihn ist. Rankings sind wichtig als erste Orientierungshilfe, und wegen der schieren Masse an Angeboten ist es hilfreich, durch eine Bewertung mit bestimmten Kriterien eine Rangliste zu erstellen. Es gibt dann letztlich unter den Top 30 Schulen immer noch die komplette Bandbreite an funktioneller und Industrie-Spezialisierung.
Was jedoch einem als Leser klar sein muss ist, dass jedes Ranking unterschiedlichen Kriterien folgt und die Plaetze nach verschiedenen Gewichtungen vergibt. So bewertet die Financial Times staeker das Einkommen unmittelbar und 3 Jahre nach dem MBA Abschluss, Business Week hingegen gewichtet das Urteil der Arbeitgeber von MBA Absolventen schwerer, und der Economist betrachtet zudem die Zufriedenheit der Studenten und Absolventen.
Erst wenn man mehrere Ranglisten in Betracht nimmt ergibt sich ein relevantes Bild. Da es bei den Rankings selbst Qualitaetsunterschiede gibt, schadet eine gewisse Vorsicht nicht. In den letzten Jahren haben sich sechs Rankings als solide heraus kristallisiert: das der Financial Times, der Business Week, des Wall Street Journal, des US News&World Report, des Economist und des MBA Info. Errechnet man nun die Durschnittsergebnisse jeder der MBA Programme anbietenden Einrichtungen in allen 6 Publikationen ueber 2 Jahre, dann ergibt sich ein Ergebnis, das man als gute Hilfestellung (nicht als absolutes Mass!) bei der Suche verwenden kann."
Sie finden die von Mikko Rieger erstellte Tabelle
hier.
Mikko Rieger war offensichtlich durch sein Studium, die Organisation der German MBA Conference, der Kellogg Marketing and Technology Konferenz und seine Hobbies (Ausdauersport) nicht ausgelastet. Er hat daher in einem vierkoepfigen Team der Kellogg School of Management Ende Maerz an einem Fallstudien-Wettbewerb teilgenommen. In dem internationalen Teilnehmerfeld von 12 Business Schools konnte die Kellog School den zweiten Platz hinter der Wharton School und vor dem MIT belegen und ein Preisgeld von 15.000 Dollar einstreichen. Die Preisgelder von insgesamt 45.000 Dollar waren von der Firma Motorola gestiftet worden, die angesichts der Aufgabe der Fallstudie, "Seamless Mobility", die Namen der erfolgreichen Teilnehmer sicherlich fuer ihre Personalabteilung eingesammelt haben wird.
Der Bericht Mikko Riegers zur Veranstaltung vermittelt eine leise Ahnung seiner Leistungsbereitschaft und -faehigkeit. Sie finden ihn hier.
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Grossbritannien will groesseren Anteil am Geschaeft mit internationalen Studierenden |
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1999 hatte sich die britische Regierung zum Ziel gesetzt, bis 2005 wenigstens 75.000 Studierende aus Laendern ausserhalb der EU an den Hochschulen des Landes eingeschrieben zu haben. Das Ziel konnte um 43.000 uebertroffen werden, und zusammen mit Studenten aus EU-Laendern bereichern die internationalen Studenten die britische Wirtschaft um geschaetzte 9 Milliarde Dollar im Jahr. Ein Grund fuer die internationale Popularitaet der britischen Hochschulen ist sicherlich die nach dem September 2001 zurueck gegangene Beliebtheit der US-amerikanischen Hochschulen vor allem bei Studierenden aus Asien, doch fremde Federn schmuecken auch.
Der Chronicle of Higher Education berichtete am Mittwoch, dass die britische Regierung in den kommenden fuenf Jahren die Zahl der Studierenden aus Laendern ausserhalb der EU noch einmal um 100.000 steigern will und dazu die Initiative for International Education von 1999 mit deutlich gesteigerten Mitteln fortsetzen moechte. Studierende aus Laendern der EU internationalisieren zwar die Hochschulen ebenfalls, sind aber wegen der geringeren Studiengebuehren oekonomisch nicht so interessant wie Studierende aus Laendern ausserhalb der EU.
Verkuendet wurde die Initiative der britischen Regierung unter anderem in einem Beitrag von Premierminister Tony Blair im Guardian vom Dienstag. Die britische Regierung wolle zur Umsetzung des Vorhabens 12,5 Millionen Dollar investieren, unter anderem fuer eine bereits im vergangenen September angekuendigte UK-India Education and Research Initiative.
Dass Grossbritannien bereits heute nach den USA das zweitwichtigste Zielland fuer internationale Studierende sei, duerfe zum Ausruhen kein Anlass sein, denn Australien und Neuseeland holten stark auf und vor allem in den asiatischen Laendern entwickele sich schnell eine eigene, kompetitive Hochschullandschaft.
Die USA duerften sich einer aehnlichen Situation gegenueber sehen, und genau diese Passage wurde denn auch vom Chronicle im Wortlaut zitiert.
Sie finden den Beitrag des Chronicle of Higher Education hier.
Den Beitrag von Tony Blair im Guardian finden Sie hier.
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